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Wednesday, February 14, 2018

Colombia te quiero




Hola chicas!

Nach vielen Monaten Pause melde ich mich auch mal wieder. Es hatte verschiedene Gründe, warum ich vorerst nicht weiterschreiben konnte. Vielleicht werde ich bald mal darüber in einem seperaten Post erzählen. Dennoch soll es jetzt nicht darum gehen, sondern um zwei wundervolle Wochen Cali, Kolumbien. Vor ca. vier Jahren habe ich ein Auslandsjahr in Kalifornien gemacht und dort Natalia, ebenfalls eine Austauschschülerin, aus Kolumbien kennengelernt. Wir blieben in Kontakt, und sie hat mich immer wieder zu sich eingeladen. Es war letztendlich eine sehr spontane Entscheidung, Nati über Weihnachten und Neujahr zu besuchen, aber würde sagen auf jeden Fall eine meiner besten, die ich je gemacht habe. Ich habe sehr viel über die kulturellen Unterschiede gelernt, viel erlebt, gesehen und vor allem tolle Menschen kennengelernt. Ich wurde liebevoll in einer Familie aufgenommen, die mich am Ende gar nicht mehr weglassen wollte und mir einen kolumbianischen Freund suchen wollten, damit ich ganz da bleibe haha. Wie Ihr seht habe ich meinen Blognamen zu meinem spanischen Spitznamen geändert. Kolumbien hat mich in vielerlei Hinsicht inspiriert, und ich möchte Euch gerne ein paar Eindrücke von meiner schönen Zeit dort geben.


Kurz nachdem ich gelandet bin, hatte ich es noch gar nicht richtig realisiert, dass ich jetzt wirklich auf der anderen Seite der Welt bin. Südamerika, was mir immer unerreichbar erschien, wo ich aber immer schon hinwollte. Ich fiel Natalia in die Arme, war überglücklich endlich da zu sein, und freute mich sehr über die süße Begrüßung. Auf der Fahrt zu dem Haus meiner Freundin war ich schon total fasziniert von Cali, wie anders alles aussah, so viel größer. Cali ist mit 2,4 Mio. Einwohner aber auch die drittgrößte Stadt Kolumbiens...


Angekommen war ich erstmal hin und weg wie die Familie dort wohnt: Ein wunderschönes Haus mit einem großen Pool im Garten. Und die ganze Zeit über habe ich mich gefühlt wie in einem Hotel. Sie hatten zwei Hausangestellte, die wirklich alles übernommen haben. Man kam nach dem Aufstehen in die Küche und direkt wurde das Frühstück serviert. Für meine Freundin Alltag, für mich was ganz neues, sodass ich gefühlt jede Minute "gracias" gesagt habe. Zum Frühstück gab es fast immer Arepas, ein Nationalgericht aus Maismehl. Me gusta mucho! Und auch habe ich einige tropische Früchte, wie die Granadilla, kennengelernt. Tan delicioso!
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Am ersten Abend waren wir schon direkt auf einer Geburtstagsfeier. Ich wurde allen vorgestellt, und habe schnell gemerkt, dass die Kolumbianer sehr offen und herzlich sind. Nachts waren es immer noch an die 30 Grad - ein Traum! Erst am Reden, Lachen und kurze Zeit später alle am Tanzen. Ich habe die Atmosphäre geliebt. Jeder der mich persönlich kennt, weiß wie sehr ich die lateinamerikanischen Tänze feiere und auch, dass ich durchgehend spanische Musik höre. Ich habe direkt gedacht: Hier gehöre ich hin haha! Ich habe Salsa gelernt, und das in Cali, der Hauptstadt des Salsas, kann ich ganz stolz behaupten.
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Am nächsten Tag war auch schon Weihnachten. Viele haben mich vorher gefragt, ob mir das denn nichts ausmachen würde, über Weihnachten von zuhause wegzusein. Und ich habe immer dasselbe geantwortet. Klar, es ist schade nicht bei der eigenen Familie sein zu können, aber ich möchte so viel wie möglich über andere Kulturen lernen, und deswegen konnte ich es kaum erwarten, zu sehen wie man Weihnachten in Kolumbien feiert. Ich war zuerst ein bisschen eingeschüchtert, da sehr viele aus der Familie gekommen sind, auch weil ich das überhaupt nicht gewohnt bin, da meine Familie hier sehr klein ist. Aber alle waren so freundlich! Ich habe selten so liebevolle Menschen getroffen. Am Nachmittag sind wir noch zu einer Mall gefahren, und haben die letzten Geschenke besorgt.


Wir waren wirklich noch bis 20 Uhr da. Und da waren wir nicht die Einzigen! Leute standen teils bis zum Eingang in der Schlange. Meine Freundin meinte, viele Kolumbianer schieben gerne mal was auf oder lassen sich einfach Zeit. Alles ist viel entspannter! Das ist auch etwas was mir aufgefallen ist, und was ich zum einen sehr gut finde, da viele Menschen sich hier in Deutschland wirklich unnötig stressen, um sich unbedingt an den strikten Tagesplan halten zu können. Zum anderen kann das natürlich genauso zu Problemen führen, wenn man sich auch für wichtige Dinge zu viel Zeit lässt. Als wir dann wieder bei ihr zuhause waren, haben wir uns schnell fertig gemacht, und dann alle gemeinsam gegessen. Anschließend haben wir die "Novena" gebetet, eine katholische Tradition, in der man neun Tage vor Heiligabend verschiedene Gebete aufsagt. Danach kam es zu den Geschenken, und man hat gesehen, wie dankbar alle waren. Ich habe quasi als Gast -und Weihnachtsgeschenk eine typisch deutsche Weihnachtspyramide mitgebracht und ich hörte nur durchgehend: "Que bonito, que bonito", was ich ziemlich süß fand und mich natürlich sehr gefreut hat. Ich wurde leider schon recht früh müde. Der Jetlag hat sich dann doch bemerkbar gemacht.
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In das Nachtleben Calis habe ich mich sofort verliebt. Im Club ausschließlich Reggaeton, Salsa, Bachata und Merengue. Für mich gibt es keine bessere Mischung! Außerdem waren wir auf zwei großen Konzerten. Das Superconcierto war für mich das absolute Highlight. Wir haben weltbekannte Reggaeton-Sänger wie Wisin, Carlos Vives und J Balvin live gesehen und zwischendurch immer wieder Salsa getanzt. Una noche perfecta! Auf dem anderen Konzert haben unter anderem Ozuna und Bad Bunny gesungen, und damit ging auch ein kleiner Traum in Erfüllung. Leider hat es in der Nacht heftig angefangen zu regnen, was in Cali zu dieser Jahreszeit aber zwischendurch immer passieren kann.



 In der Woche von Weihnachten bis Neujahr ist immer die "Feria de Cali" und deswegen gibt es dort jeden Tag viel Programm; Konzerte, Salsa Shows, Paraden und und und. Eine besonders schöne Zeit mit toller Stimmung und ganz viel Fiesta, weshalb mein Zeitpunkt sie zu besuchen genau richtig war. Zum Ende der Feria, ein Tag vor Silvester, mussten wir natürlich nochmal feiern gehen und haben den Auftakt in der Bar "Skylounge" gemacht, welche einen wunderschönen Ausblick über ganz Cali bietet. So viele Lichter - einfach wunderschön!



Später im Club habe ich mit einem Jungen Salsa getanzt, der super tanzen konnte. Ich wurde die ganze Zeit herumgewirbelt und bin jedes Mal fast umgeflogen haha. Und Bachata erst - holy guacamole! Meinen Lieblingstanz hatte er auch perfekt drauf, und ich hätte die ganze Nacht durchtanzen können. Tagsüber waren wir durch das lange Wachbleiben oft noch ziemlich müde und haben uns deswegen einfach nochmal schön in die Sonne gelegt. Ich vermisse das so!
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Über Silvester waren wir in Popayan, eine Stadt etwas südlicher von Cali. In Kolumbien verbringt man Silvester wohl immer mit der Familie, während viele Deutsche ja auch nur mit Freunden feiern. Es war ein echt lustiger Abend, obwohl wir leider alle krank waren. Wir haben trotzdem versucht das Beste draus zu machen, haben Karaoke gesungen und viel gelacht. Das Baby von der großen Schwester meiner Freundin hat uns dabei immer versucht das Mikro wegzunehmen und mitzusingen, was so unglaublich süß war. Kurz vor Neujahr haben alle 12 Weintrauben bekommen, die wir nach 12 Uhr essen konnten, und uns für jede Traube etwas wünschen, was dann in dem neuen Jahr in Erfüllung gehen soll. Was eine schöne Tradition! Um Punkt 12 haben sich dann alle "Feliz Año Nuevo" gewünscht, und danach gab es lecker Essen! Mit Salsa Musik haben wir dann die Nacht ausklingen lassen.



Dieses Outfit habe ich an Silvester getragen. Mein Kleid habe ich kurz vor der Reise bei Bershka gefunden, und meine Heels von H&M sind schon etwas älter. Meine Ohrringe von Zara kann man leider nicht so gut erkennen, aber ich liebe sie!



 In der nächsten Woche haben wir dann noch einen kleinen Roadtrip gemacht und waren im Freizeitpark "Parque del Cafe", in welchem es sich rund um Kaffee dreht. Muy interesante! Es ist ja schon bekannt, dass Kaffee oft aus Kolumbien kommt, aber wie er überhaupt produziert wird, war mir noch unklar. Und auch, dass Kaffeebohnen eigentlich rot sind haha. Wir haben uns eine Show mit traditionnellen kolumbianischen Tänzen angeschaut, die die Geschichte des Kaffees erzählt. Auch waren wir dort in einem kleinen Museum, in dem ich erfahren habe, dass mit Abstand der meiste Kaffee nach Deutschland exportiert wird. Wir waren leider nur auf einer Attraktion, da es an dem Tag total überfüllt war. Bei den "Rapidos" mussten wir zwei Stunden anstehen, und das für ganze drei Minuten Fahrt haha.


 
Weiter geht's in Richtung Manizales, weiter nördlich von Cali. Dort haben wir in einem sehr schönen Hotel mit Thermen übernachtet. Ein bisschen lustig war das Ganze aber schon. Wir haben uns sehr kurzfristig dafür entschieden nach dem Freizeitpark noch eine Nacht in diesem Hotel zu verbringen. Uns wurde vorgeschwärmt wie toll es denn wäre, vor allem die besondere Therme und, dass es auf jeden Fall Wert ist, dort anschließend noch hinzufahren, obwohl der Weg vom Park zum Hotel nochmal drei Stunden dauern würde. Letztendlich haben wir draußen einen ganz normalen, nicht all zu goßen Pool vorgefunden, der ziemlich überfüllt war. Wir haben uns aber eher lustig darüber gemacht, als wirklich enttäuscht zu sein, und an sich war das Hotel ja auch wirklich muy bonito.



Wir sind am nächsten Morgen schon früh wieder aufgebrochen, da wir an dem Tag noch einiges in Cali geplant hatten. Es war mein letzter ganzer Tag und eigentlich war ich recht froh, dass ich die zwei Wochen überlebt habe, denn die Kolumbianer fahren alle ein bisschen loco haha. Und damit meine ich zum Beispiel, dass sie Verkehrzeichen gerne mal ignorieren, statt 60 einfach mal 120 fahren und andere Autos schnell überholen wollen, wobei jede Sekunde ein Auto vom Gegenverkehr um die Kurve kommen könnte. Oft wird einfach schnell abgebremst, oder die Leute sind beim Fahren am Handy. Dazu kommt noch, dass sich oft nicht angeschnallt wird und ich direkt aufgefallen bin, als ich die Einzige war, die das tat. Meine Freundin hat erzählt, dass sie es meistens einfach vergisst. Für uns hier irgendwie unvorstellbar. Ich erinnere mich an eine Fahrt nach dem Feiern, als wir uns zu 8 in einen 5-Sitzer gequescht haben. Oder einer mal eben hinten im Kofferraum mitgefahren ist. Schon irgendwie aufregend, aber auch sehr fahrlässig, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass die Polizei dort manchmal leider nicht so wirklich ihren Sinn erfüllt. Mir wurden Stories übers Bestechen bis hin zum Diebstahl erzählt, bei denen ich dachte, ich höre nicht richtig.



Die Rückfahrt war aber ein echtes Highlight für mich, da ich die Landschaft in Kolumbien wunderschön finde. Viele Berge, viel Grün und dabei noch durchgehend Sonne. Dabei noch entspannte spanische Musik - gibt nichts besseres! Was mir aufgefallen ist ist, dass der Großteil der Bevölkerung sich auf die größeren Städte Kolumbiens konzentriert. Kleine Dörfer, die zwischendurch immer mal wieder auftauchen wie hier in Deutschland, gibt es eher weniger. Und wenn, dann wohnen dort die ärmeren Menschen. Ich hatte das Gefühl, dass es große soziale Ungleichheiten gibt, sodass die Schere zwischen Arm und Reich in Kolumbien sehr weit auseinander geht, und es dadurch eine eher kleinere Mittelschicht gibt.
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 Angekommen haben wir uns kurz ausgeruht und sind dann weiter in eine Mall, in der ich noch ein paar Geschenke für Zuhause besorgt habe. Abends wollten wir dann zum Abschluss nochmal feiern gehen. Die Türsteher haben uns davon abgeraten in den eigenen Club zu gehen, da zu dem Zeitpunkt nur insgesamt 10 Leute drin waren haha, was wahrscheinlich daran lag, dass es ein Donnerstag war. Aber uns war das egal, so hatten wir halt noch mehr Platz zum Salsa Tanzen.



 Natürlich durfte kein Bild mit meinem lindo Tanzpartner, Martin, fehlen. Ich nenne ihn aber Martinito, weil die Endung -ito im Spanischen alles süßer macht haha. Ich wollte nicht, dass diese Nacht endet, denn ich wollte nicht wieder zum Flughafen. Der Abschied ist mir sehr schwer gefallen, da mir alle total ans Herz gewachsen sind. Meine kolumbianische Familie meinte, ich sei immer Willkommen, solange wie ich nur bleiben möchte. Ich bin ihnen sehr dankbar für alles, was sie mir ermöglicht haben. Auf dem Weg zum Flughafen habe ich erstmal schön eine Runde geweint, als ich realisiert habe, dass ich das alles sehr vermissen werde. Ich habe zum Abschied noch ein selbstgemachtes Heft mit Fotos geschenkt bekommen, was ich mir auf dem Flug immer wieder angeschaut habe und mich zum Lächeln, aber auch zum Weinen gebracht hat.
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 Insgesamt muss ich schon zugeben, dass ich mich ein bisschen in Kolumbien verliebt habe und es auf jeden Fall nicht mein letzter Besuch war. Mir hat es so gut gefallen, und hätte ich keine Schule gehabt, wäre ich am liebsten direkt geblieben. Ich hoffe, mehr Menschen, die die finanziellen Möglichkeiten haben, trauen sich mal etwas weiter weg, um einen etwas anderen Urlaub als 0815 Spanien zu machen. Und dieses Vorurteil, "Kolumbien ist so gefährlich, da kam doch nicht hin", soll bitte auch mal abgelegt werden, denn das verdrängt die ganze Schönheit des Landes. Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben.

Hasta luego,
Toñita
Was gibt es besseres als dieses Foto, um meinen kleinen Bericht über Kolumbien abzuschließen haha? So viele Mangos - ein Traum!
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12 comments

  1. Oh wow das klingt nach einer wundervollen Zeit!
    Liebe Grüße, Mona

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  2. Oh das klingt nach einer zauberhaften Zeit! Vielleicht schaffst du es ja schon bald zurück ;) Es gibt ja zum Beispiel überall auf der Welt tolle Praktika.

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    1. Ich hoffe es! Und ja, da werde ich mich mal erkundigen! ♥

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  3. Das hört sich nach einer super tollen Zeit an! :)

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

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  4. Ein toller Blogpost, ich kann mich total hineinversetzen und kann absolut verstehen, dass du wieder hinmöchtest :) ich würde auch gerne mal nach Kolumbien.
    Was ich auch ganz großartig finde, dass ihr beiden Mädels tatsächlich über die Jahre hinweg Kontakt hattet! Das ist ja nicht immer so häufig.

    Liebe Grüße!

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    1. Vielen Dank Dir und solltest Du unbedingt mal! ♥

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  5. Das sieht ja nach einer richtig tollen zeit aus!

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  6. Das schaut nach viel Spaß aus. Da hattest du bestimmt eine tolle Zeit
    Liebe Grüße Michelle von mishy-hoffmann.de

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